Lucky

Länge:
88 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 12 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 0 Jahren
Kinostart:
08.03.2018
Regie:
John Carroll Lynch
Darsteller:
Harry Dean Stanton (Lucky), David Lynch (Howard), Ron Livingston (Bobby Lawrence), Ed Begley, Jr. (Dr. Kneedler), Tom Skerritt (Fred), Barry Shabaka Henley, James Darren, Beth Grant u. a.
Genre:
Drama
Land:
USA, 2017

Sein ganzes Leben lang fühlte sich der Eigenbrötler Lucky, der am Rande einer Kleinstadt in seinem Haus inmitten der Wüste wohnt, ungebunden und frei, wenn auch nicht immer glücklich. Bereits über 90 Jahre alt, erfreut sich der hagere abgemagerte Mann bester Gesundheit, obwohl er immer noch eine Packung Zigaretten am Tag raucht. Sein Tagesablauf folgt festen Gewohnheiten. Nach dem Aufstehen zündet er sich eine Zigarette an, schaltet das Radio ein, wäscht und rasiert sich, macht seine Yoga-Übungen, trinkt einen Eiskaffee und macht sich auf den Weg in den Ort. Dort geht es erst in ein einfaches Restaurant für einen weiteren Eiskaffee, dann in den Supermarkt und zurück nach Hause, bevor er seine oftmals philosophischen Gespräche mit anderen Bewohnern des Ortes am Abend in der Bar fortsetzt. Diese haben den Außenseiter alle in ihr Herz geschlossen. Seine Routine wird jäh unterbrochen, als Lucky eines Morgens umkippt. Auch wenn er sofort wieder aufstehen kann, wird er sich nach einem Besuch beim Arzt bewusst, dass seine Tage gezählt sind. Von nun an versucht er, die ihm verbliebene Zeit anders zu nutzen.

In der knappen Nacherzählung klingt das wenig spektakulär, vielleicht sogar langweilig. Das Gegenteil ist der Fall, denn Lucky wird von dem amerikanischen Schauspieler Harry Dean Stanton verkörpert oder besser ausgedrückt: Lucky IST Harry Dean Stanton – in seinem wunderbaren schrägen Humor, in seiner von Atheismus und Buddhismus geprägten, leicht pessimistischen Lebenseinstellung, in seiner Weisheit, aber auch in seinem körperlichen Verfall, der ungeschminkt und doch voller Würde zur Darstellung kommt, etwa wenn er nur mit Unterwäsche bekleidet im Garten steht. Stanton hat in seinem Leben in mehr als 200 Filmen mitgespielt, doch in einer Hauptrolle war er nur in „Paris, Texas“ (1984) von Wim Wenders zu sehen und jetzt noch einmal in „Lucky“. Es wurde sein letzter Film, bevor er im September 2017 verstarb. Der erfahrene Schauspieler John Carroll Lynch hat nicht nur Stanton mit seinem Debütspielfilm seine Hommage gewidmet. Denn für den Independent-Film, der in nur 18 Tagen Drehzeit entstand, konnte er auch andere Größen des US-Kinos gewinnen, darunter den trotz Namensgleichheit nicht mit ihm verwandten Regisseur David Lynch als Luckys Freund Howard. Dieser sucht verzweifelt seine ausgebüchste 100-jährige Schildkröte, deren langsamer beständiger Weg in die Freiheit sich wie ein roter Faden durch den Film zieht. Ein in jeder Hinsicht außergewöhnlicher Film, von den Darstellern, der Geschichte, den Bildern einer kargen Wüstenlandschaft bis hin zur Musik und den prägnanten Dialogen über das Leben und das Nichts.

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