Little Women

Länge:
135 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 0 Jahren
Kinostart:
30.01.2020
Regie:
Greta Gerwig
Darsteller:
Saoirse Ronan (Jo), Emma Watson (Meg), Florence Pugh (Amy), Eliza Scanlen (Beth), Timothée Chalamet (Laurie), Laura Dern, Meryl Streep, Chris Cooper, Louis Garrel, Bob Odenkirk
Genre:
Drama , Historienfilm , Literaturverfilmung
Land:
USA, 2020

Mitte des 19. Jahrhunderts wachsen die vier Schwestern Jo, Meg, Amy und Beth bei ihrer Mutter auf, während ihr Vater im Bürgerkrieg gegen die Sklaverei kämpft. Auch wenn die Familie nicht wohlhabend ist, erleben die jungen Frauen eine unbeschwerte Jugend in einem liebevollen, warmherzigen und kreativen Haushalt. In kleinem Kreis führen sie von Jo geschriebene Theaterstücke auf. Gerechtigkeitssinn und Mitgefühl der Mutter lässt sie auch nicht vergessen, den Ärmeren etwas abzugeben - selbst wenn es das eigene Weihnachtsfrühstück ist. Doch mit dem Erwachsenwerden stehen die Schwestern vor der Frage, was sie aus ihrem Leben machen wollen und überhaupt können. Denn wirkliche Unabhängigkeit ist als Frau kaum möglich und in die freieste und beste Position begibt man sich, indem man einen reichen Mann heiratet. Das kann sich Jo so gar nicht vorstellen. Sie hat ein Talent zum Schreiben und einen unbändigen Freiheitsdrang - auch wenn sie sich mit Laure, dem Enkel eines reichen Nachbarn, gut versteht. Auch für ihre ältere Schwester Meg wünscht sich Jo, dass diese aus ihrem Schauspieltalent etwas machen kann. Doch Meg verliebt sich in einen Lehrer und wünscht sich Familie. Amy, ebenfalls künstlerisch begabt, kämpft damit, ihre Schwester Jo zu lieben, doch zugleich immer in ihrem Schatten zu stehen. Beth, die Jüngste, ist im Vergleich zu ihren drei Schwestern von zurückhaltenderer Natur, doch als sie schwer erkrankt, stellt dies die anderen auf die Probe.

Der Jugendbuchklassiker „Little Women“ von Louisa May Alcott wurde bereits mehrfach fürs Kino, sowie fürs Fernsehen, ja sogar als japanische Anime-Serie verfilmt. Die Frage, ob es tatsächlich noch eine weitere Verfilmung braucht, stellt sich so zwangsläufig und kann - wenn Greta Gerwig das Buch adaptiert und Regie führt - eindeutig mit Ja beantwortet werden. Gleich die ersten Szenen, in denen man Saoirse Ronan als Jo durch New York folgt und im Schlagabtausch mit einem Verleger erlebt, dem sie hoffnungsvoll ihre Kurzgeschichten zeigt, machen Vorfreude auf die weiteren zwei Stunden: Auf lebendige, willensstarke und doch mit Unsicherheiten kämpfende Heldinnen, einen liebevollen warmherzigen Blick auf deren Lebenswelten und klugen, pointierten Humor. All dies sind Zutaten, die schon Gerwigs Debütfilm Lady Bird seine Kraft und Besonderheit gegeben haben. Bei „Little Women“ stellt die Filmemacherin die Stärken des Klassikers heraus, beleuchtet er doch die Schwierigkeiten junger Frauen, die richtige Wahl bei Lebensentscheidungen zu treffen: Was, wenn bisher erlebte Freiheit durch traditionelle Rollenbilder und gesellschaftliche Konventionen Grenzen erfährt? Wie das Bedürfnis nach Unabhängigkeit und Sicherheit in Einklang bringen?

Indem Gerwig die Geschichte nicht chronologisch erzählt, sondern auf zwei Zeitebenen zwischen der Teenagerzeit der Schwestern und ihrem jungen Erwachsensein kunstvoll hin und her springt und Bezüge herstellt, schafft sie ein dichtes, emotional komplexes, dramatisches wie leichtfüßiges Familienporträt. Die hervorragende Besetzung - neben Ronan unter anderem Emma Watson, Florence Pugh, Timothée Chalamet, Laura Dern und Meryl Streep - macht die Figuren mit großer Spielfreude und Energie lebendig. „Little Women“ gelingt das Kunststück, ein so intelligenter wie unterhaltsamer Wohlfühlfilm zu sein, der gefühlvoll, durchaus märchenhaft, aber nie kitschig daherkommt.

Kirsten Loose

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