Jugend ohne Gott

Prädikat besonders wertvoll
Länge:
109 Minuten (Blu-ray: 114 Minuten)
Altersempfehlung:
Ab 12 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
31.08.2017
Regie:
Alain Gsponer
Darsteller:
Jannis Niewöhner (Zach), Emilia Schüle (Ewa), Alicia von Rittberg (Nadesh), Fahri Yardim (Lehrer), Jannik Schümann (Titus), Anna Maria Mühe (Loreen) u. a.
Genre:
Literaturverfilmung , Science-Fiction , Jugend
Land:
Deutschland, 2017

Wer an einer der weltweit sechs Rowald-Universitäten aufgenommen werden will, muss erst ein hartes Auswahlcamp über sich ergehen lassen. Ein Trainingsprogramm in den Alpen, bei dem es um Durchhaltevermögen und Kraft geht, um Ausdauer, Teamfähigkeit und vor allem: Führungsqualitäten. Zach fühlt sich fehl am Platz obwohl die Ausbilder große Hoffnungen auf ihn setzen. Nach dem Tod seines Vaters hat der Jugendliche den Faden verloren. Und an dieses ganze Gerede von Leistung und Erfolg glaubt er eh nicht. Nadesh hingegen hat weniger Chancen. Im Gegensatz zu Zach kommt sie nicht aus einer gut situierten Familie. Das Camp ist für sie ein Versprechen, die starren gesellschaftlichen Hierarchien zu überwinden und es noch zu etwas zu bringen. Titus wiederum muss eigentlich nichts mehr erreichen. Er stammt aus einem überaus wohlhabenden Elternhaus und hat ganz andere Zwänge: Er muss den Status Quo wahren und den Anforderungen seiner Mutter gerecht werden. Als Zach bei einer Übung auf eine Jugendliche trifft, die als Illegale im Wald lebt, beschließt er, sein Leben zu ändern. Eine Entscheidung, die auch Folgen für die anderen Schüler hat.

Ödön von Horváth hat 1937 mit seinem Roman „Jugend ohne Gott“ eine bittere Anklage gegen die Gesellschaft erhoben und vor allem die gewissenlose Jugend kritisiert, die die zweifelhaften Wertvorstellungen der Nationalsozialisten blind übernommen hat. Diesen Stoff hat der Film von Alain Gsponer nun entkernt und in die nahe Zukunft übertragen – eine mutige Entscheidung, die die Themen der Vorlage plötzlich in anderem Licht erscheinen lässt. Auch jetzt geht es um die Frage, in was für einer Welt Jugendliche heute eigentlich groß werden und was diese aus den Jugendlichen macht. Vor allem den Leistungsdruck hat er ins Visier genommen, aber auch ein Schulsystem, das es nicht auf Mitdenken, sondern auf Unterordnung angelegt hat. Düster ist der Film dementsprechend geworden, der eine Welt ganz im Sinne des Cyberpunk zeigt: Konzerne beherrschen die Welt, die Menschen leben nach Schichten getrennt in großen Städten, die allgegenwärtige Überwachung lässt nicht viel Spielraum. Obwohl „Jugend ohne Gott“ auf große Kulissen verzichtet, gelingt ihm doch das Bild einer stimmigen futuristischen Welt, die glaubhaft aussieht und die entweder mit ziemlich martialischen Betonbauten inmitten einer idyllischen Landschaft oder aber kühlen, seelenlosen Designerwohnungen in den reichen Sektoren der Stadt aufwartet. Dass der Film aus vier Perspektiven und nicht chronologisch erzählt wird, sorgt nach einem Mordfall im Camp für Spannung. Aber vor allem lebt „Jugend ohne Gott“ eben von seiner Zustandsbeschreibung. Als Rebell lädt Zach zur Identifikation ein. Irgendwo da draußen muss es sie geben, die lebenswerte Welt, in der man nicht perfekt sein muss.

DVD Extras: Featurettes, Interviews, Trailer

Blu-ray Extras: Featurettes, Interviews, Trailer

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Sprachen: Deutsch, Dt. f. Sehg.

Untertitel: Dt. f. Hörg.

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Anbieterangaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (6. Woche 2018).

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