I Am Mother

Länge:
114 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
22.08.2019
Regie:
Grant Sputore
Darsteller:
Clara Rugaard (Tochter), Hilary Swank (Frau), Rose Byrne (Die Stimme von Mutter), Luke Hawker (Mutter)
Genre:
Science-Fiction
Land:
Australien, Neuseeland, 2018

Die Künstliche Intelligenz (KI) könnte das Zusammenleben der Menschen revolutionieren, falls die Menschheit sich nicht bereits vorher vernichtet hat. In dieser dystopischen Zukunftsvision spielt das Spielfilmdebüt von Grant Sputore, in dem ein humanoider Roboter als Mutter fungiert, um in einem hermetisch von der Außenwelt abgeschlossenen Bunker eine neue Generation von Menschen heranzuziehen, die dann die weitgehend zerstörte Erde neu besiedeln soll. Eine scheinbar ideale Mutter, die mit ihrer Tochter aus Fleisch und Blut alles richtig macht, immer sanft und liebevoll mit ihr umgeht, sich nie aus der Ruhe bringen lässt und streng, aber gerecht ist. Das Baby ist bereits zum Teenager herangewachsen, als die enge Mutter-Tochter-Beziehung empfindlich gestört wird, nachdem eine verletzte Frau plötzlich vor der Luftschleuse des Bunkers auftaucht und um Hilfe bittet. Gab es doch noch Überlebende draußen in der Welt? Hatte „Mutter“ etwa nicht die ganze Wahrheit gesagt und aus blankem Eigennutz gehandelt? Und wie steht es um die hohen moralischen Maßstäbe, nach denen die „Tochter“ bislang erzogen wurde? Das Weltbild der jungen Frau gerät plötzlich ins Wanken, das Urvertrauen zur „Mutter“ weicht einem schmerzhaft empfundenen Misstrauen und das Mädchen beschließt, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, das Verbot des Humanoiden zu ignorieren, der fremden Frau zu helfen und ihren Weg in eine unsichere Zukunft ohne die Erlaubnis von „Mutter“ zu gehen. Wären das nicht existenzielle Entscheidungen, mit denen der Fortbestand der menschlichen Rasse erneut gefährdet ist, könnte man von ganz normalen Problemen reden, die in der menschlichen Sozialisation keineswegs als untypisch gelten.

So gesehen ist das Kammerspiel mit nur drei Figuren in gewisser Weise sehr vorhersehbar. Aber eben nur zum Teil. Denn die menschlichen und gleichermaßen die von künstlicher Intelligenz gesteuerten Abgründe lassen sich nicht einfach beiseite schieben; die Frage nach dem Wesen des Menschen und dem Sinn des menschlichen Lebens stellt sich umso drängender, je weiter die Handlung voranschreitet, wobei am Ende nicht mehr eindeutig zu klären ist, ob die größere Bedrohung unserer Welt vom Menschen oder von der KI ausgeht. Clara Rugaard und Hilary Swank verleihen ihren Rollen ein überzeugendes menschliches Antlitz, während der humanoide Roboter beziehungsweise der Hightech-Roboteranzug, in dem (immer noch) ein Mensch steckt, zugleich fasziniert und Grauen hervorruft. Ein intelligent gemachter SF-Film, der nebenbei aufzeigt, dass solche Filme auch ohne aufwändige Computeranimationen und Kampfszenen auskommen können und der unseren allzu sorglosen Umgang mit den neuen Technologien auf den Prüfstand stellt.

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