Girls Don't Fly - Träume vom Fliegen

Länge:
101 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 0 Jahren
Regie:
Monika Grassl
Darsteller:
Dokumentarfilm mit Esther Fatimatu Mohammed, Patricia Mawuli Porter, Lydia Afi Wetsi, Tina Yeboah, K. Akosua, Bernice Klüsey, Sumaya Cindy Mohammed u. a.
Genre:
Dokumentation
Land:
Deutschland, Österreich, 2016
Der gebürtige Brite Jonathan, der mit einer Afrikanerin verheiratet ist, eröffnet mit Spendengeldern und im Rahmen westlicher Entwicklungshilfe in Ghana die erste Flugschule speziell für junge Frauen. Viele der 17 bis 24jährigen kommen vom Land und hatten bisher keinen Zugang zur Bildung. Voller Zuversicht und mit großen Erwartungen an ihren Traumberuf Pilotin ergreifen die Teilnehmerinnen ihre Chance, darunter auch die ehrgeizige Lydia, die unter einer Fehlstellung der Hand leidet, nachdem sie als Kind von einem Insekt gestochen wurde. Mit ihrem Mut und ihrer ungebrochenen Zuversicht beeindruckt sie nicht nur ihre Mitschülerinnen, sondern auch ihren Lehrer Jonathan. Dessen rigide militärische und neokolonialistische Ausbildungsmethoden stoßen jedoch bei den Frauen, die in der vierjährigen Ausbildung nicht einmal ihren Namen behalten dürfen, sondern als Nummer geführt werden, auf Widerstand. So sehen sie sich vor die schwierige Entscheidung gestellt, ob und wie sie sich dagegen zur Wehr setzen, ohne ihren Traum vom Fliegen begraben zu müssen.

Der abendfüllende Dokumentarfilm der österreichischen Regisseurin Monika Grassl ist zugleich ihr Abschlussfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg. Ihr Film über die Ambivalenz westlicher „Entwicklungshilfe“ wie gleichermaßen über das wachsende Selbstbewusstsein junger afrikanischer Frauen erhielt 2016 den Dokumentarfilmpreis beim Festival Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken. Das Thema ist nicht wegen des Verhältnisses zwischen den Geschlechtern und mangelndem Respekt gegenüber Frauen von gesellschaftlicher Brisanz. Es lässt sich auf viele andere Bereiche übertragen. Und auch der Mut und die Stärke der Frauen, mit denen sich die Regisseurin in einer eingeschworenen Gemeinschaft zunehmend verbunden fühlt, machen den Film sehenswert, selbst wenn er filmdramaturgisch und kameratechnisch nicht im gleichen Ausmaß hervorsticht. Gerade diese verständliche, aber versteckte Parteinahme sorgt allerdings auch für Irritationen, die im Film nicht hinreichend thematisiert werden. Einerseits ist es dem Ausbilder Jonathan zu verdanken, dass Lydia in Deutschland operiert werden kann, andererseits fühlen sich die Frauen von ihm wie Tiere behandelt und als seine Sklavinnen. Mit der verinnerlichten Haltung eines kolonialisierten Volkes allein lässt sich diese Ambivalenz nicht erklären und die Regisseurin versäumt es leider auch, Jonathan darüber zu befragen, warum seine strikten Regeln keinesfalls gebrochen werden dürfen. So reißt der Film zwar wichtige Themen an, aber vor einer offenen (filmischen) Auseinandersetzung scheut er leider doch etwas zurück.

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Sprachen: Deutsch / Mehrsprachig

Untertitel: Deutsch

Anbieter

Kauf-DVDabsolut Medien

Anbieterangaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (41. Woche 2017).

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