Frühling in Paris

Länge:
78 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 0 Jahren
Kinostart:
17.06.2021
Regie:
Suzanne Lindon
Darsteller:
Suzanne Lindon, Arnaud Valois, Frédéric Pierrot, Florence Viala u.a.
Genre:
Jugend , Love Story
Land:
Frankreich, 2020

Die 16-jährige Suzanne langweilt sich im Kreis ihrer Mitschülerinnen. Weder in der Schule, noch im Café oder auf Partys ist sie begeistert und mit Spaß dabei. Eher hängt sie ihren eigenen Gedanken nach und zieht es meist vor, in den Romanen von Boris Vian zu lesen als sich an Gesprächen mit ihren Freund*innen zu beteiligen. Fasziniert ist sie allerdings vom kleinen Theater um die Ecke, in das sie sich schon mal einschleicht und eine Probe beobachtet. Dem jüngsten Darsteller, Raphael (35), gilt ihre besondere Aufmerksamkeit. Ihn hat sie schon häufiger im Blick gehabt: im Café nebenan oder an seinem knallroten Motorroller, der immer direkt vor dem Theater abgestellt ist. Tatsächlich spricht Raphael sie vor dem Theater an und sie trinken im Café eine Limo zusammen. Die Unterhaltung ist noch sehr formell, man siezt sich höflich, aber beide fühlen sich sichtlich wohl in der Gesellschaft des/der anderen und verabreden weitere Treffen.

Die Zwei sprechen wenig, aber erfahren doch viel voneinander, etwa wenn Raphael Suzanne Kopfhörer aufsetzt, sie Opernmusik hört und beide ohne Absprache beginnen, sich – am Tisch sitzend – zur Musik zu bewegen. Das wirkt wie ein perfekter Tanz und kommt ohne Absprache, selbst ohne Blickkontakt aus. Die beiden haben eine natürliche Harmonie. Das vermittelt der Film ohne viel Dialoge, in wohlgewählten Einstellungen. Er erzählt langsam, behutsam, sodass der Zuschauer die Figuren allmählich besser kennenlernt. Liebe, Verliebtheit, Vertrauen, Nähe, Distanz, all diese Gefühle durchziehen den Film, ohne dass sie groß verbalisiert werden.

Das Erstaunliche an diesem leisen, sensiblen Film ist, dass er von der 20-jährigen Hauptdarstellerin Suzanne Lindon auch geschrieben und inszeniert wurde. Und, dass dieser sehr „junge“ Film ohne elektronische Geräte, ohne Social Media, Influencer etc. auskommt. Stattdessen bleibt er sehr eng bei seinen Protagonist*innen und versprüht damit ein wenig Nostalgie.

Gabi Brandt

Anbieter

FilmverleihMFA