Friedhof der Kuscheltiere

Länge:
101 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Kinostart:
04.04.2019
Regie:
Kevin Kölsch, Dennis Widmyer
Darsteller:
Jason Clarke (Louis Creed), Amy Seimetz (Rachel Creed), Jeté Laurence (Ellie Creed), Hugo und Lucas Lavoie (Gage Creed), John Lithgow (Jud Crandall)
Genre:
Horror
Land:
USA, 2019

Dem Stadtleben entfliehen und auf dem Land einen Neustart wagen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Rachel und seinen Kindern Ellie und Gage will der Arzt Louis Creed endlich wieder etwas Ruhe finden und zieht daher vom hektischen Boston in den kleinen Ort Ludlow im US-Bundesstaat Maine. Stören lässt sich die Familie zunächst auch nicht von der vor ihrem Anwesen liegenden Schnellstraße, über die regelmäßig schwer beladene Lastwagen brettern, und einen hinter ihrem Haus befindlichen Tierfriedhof. Eines Tages wird jedoch die vor allem von Ellie geliebte Katze Church – kurz für Winston Churchill – totgefahren. Um seiner Tochter die grausame Wahrheit zu ersparen, beschließt Louis, den Vierbeiner heimlich zu begraben, und erhält bei diesem Unterfangen Hilfe von seinem kauzig-sympathischen Nachbarn Jud Crandall. Mitten in der Nacht führt der alte Mann den Arzt zu einer geheimnisvollen Ureinwohner-Begräbnisstätte, wo Louis den toten Kater verscharrt. Umso erstaunter ist er, als das Tier kurz darauf wieder putzmunter, aber wesensverändert in den Schoß der Familie zurückkehrt.


Bereits vor 30 Jahren wurde der 1983 veröffentlichte Stephen-King-Roman „Friedhof der Kuscheltiere“ zum ersten Mal verfilmt. Die in der Vorlage aufblitzende Auseinandersetzung mit ambitionierten Themen wie Trauer, Verlust und Schuld schlug sich in der von Mary Lambert inszenierten Leinwandadaption, zu der der Schriftsteller selbst das Drehbuch verfasste, leider nur äußerst sparsam nieder. Unter dem Strich kam ein allenfalls mittelprächtiger Gruselstreifen zustande, der wenig Wert auf subtiles Grauen legte. Kevin Kölsch und Dennis Widmyer („Starry Eyes – Träume erfordern Opfer“) schlagen mit ihrem Remake nun eine ähnliche Richtung ein. Auch der neue „Friedhof der Kuscheltiere“ packt die innerfamiliären Konflikte und Sorgen nicht entschlossen genug an und schafft es daher bloß punktuell, das Publikum emotional mitzureißen. Besonders aufwühlend ist trotz ausbaufähiger Computereffekte ein tragisches Ereignis im Mittelteil, das den Creeds den Boden unter den Füßen wegzieht und Kenner der Ursprungsgeschichte mit einer markanten Abweichung überraschen dürfte. Obwohl die soliden bis guten Darsteller in einigen Momenten Anteilnahme für das Schicksal der Figuren wecken, wird das Drama der Familie zumeist von lauten, knalligen Schocks überlagert, wie sie im modernen Horrorkino gang und gäbe sind. Das Regie-Duo zieht alle möglichen Register, schafft es in einigen Szenen gewiss, den Zuschauer aufzuschrecken, bewirkt mit der Holzhammermethode häufig aber auch das Gegenteil. Statt handfestem Unbehagen und durchdringendem Nervenkitzel machen sich Ermüdungserscheinungen breit. Besonders gut zu sehen am Beispiel von Rachels Trauma, das der Film für reißerische Buh-Attacken ausbeutet, die man schon sehr früh nur noch mit einem Achselzucken quittiert.

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