For my Brother (OmU)

Länge:
117 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Regie:
Brian Bang
Darsteller:
Elias Munk (Aske), Christopher Friis Jensen (Bastian), Allen Karlsen (Lasse), Frank Schiellerup (Hans)
Genre:
Drama
Land:
Dänemark, 2014

Seit die Mutter vor Jahren durch einen tragischen Unfall gestorben ist, leben die Brüder Aske und Bastian bei dem gewalttätigen Vater in ständiger Angst. Gewalt, Alkohol und sexueller Missbrauch in seiner brutalsten Ausprägung sind für die Jungen Alltag. Der ältere Bruder Aske wird seit Jahren vom Vater Lasse sexuell missbraucht. Der Vater lässt den pädophilen Freund Hans sich gegen Geld an seinem Sohn vergehen, er organisiert Sextreffen mit reifen Frauen und filmt den eigenen Sohn, um an den Videos zu verdienen, lebt dabei die eigenen pädophilen Neigungen auf perverse voyeuristische Art aus. Der 17-jährige Aske fügt sich in dem hoffnungslosen Gefühl der absoluten Ausweglosigkeit in seine Rolle als Opfer, seine eigenen Gefühlswelt liegt dabei brach. Er hat zwar einen besten Freund, aber mit den Mädchen will nichts klappen, er bleibt immer der Außenseiter. Die Beziehung der beiden Brüder ist innig und der einzige Rückzugsort in ihrer grausamen Welt. Aske will um jeden Preis den kleinen Bruder sein Schicksal ersparen, aber die Zeit arbeitet gegen ihn. Bald ist er zu alt und Bastian alt genug. Als sich der Vater doch eines Tages Bastian vornimmt, unternehmen die Söhne den Versuch auszubrechen. Überraschend kommt Askes Freund Silas zur Hilfe. Sie wollen in die weite Natur Norwegens fliehen, so weit weg wie möglich von ihrem sadistischen Vater. Aber das ist nur ein trügerischer Ausweg.

Wenig Informationen finden sich über den dänischen Debütfilm, bei dem Brian Bang nicht nur Regie führte, sondern auch so gut wie alle weiteren Posten in der Filmproduktion selbst besetzte. In einem ungefilterten Realismus lässt der Filmemacher die Geschichte auf die Zuschauer los und lässt auch bei den expliziten Szenen des sexuellen Missbrauchs keinen Zweifel an der Unmenschlichkeit dieses Gewaltverbrechens. Dabei nimmt er die Perspektive des missbrauchten Sohnes Aske ein. Der Kreis an Gewalt und Missbrauch, an systematischer Demütigung und Entmenschlichung lässt sich aus der Sicht des jugendlichen Opfers nicht durchbrechen. Die Söhne fühlen sich abhängig vom Vater, ihrem einzigen familiären Bezugspunkt. Vor allem aber Askes Sehnsucht, den kleinen Bruder zu schützen, ist ein starkes Motiv, alles über sich ergehen zu lassen. Der Film geht unter die Haut. Die Gestaltung allerdings lässt zu wünschen übrig, die unmotivierte Handkamera wackelt durchgehend, was die Realismusbehauptung nicht unbedingt verstärkt, sondern den Zuschauer eher immer wieder aus der Geschichte katapultiert, da die Gemachtheit deutlich wird. Hoffnungslosigkeit und Ausweglosigkeit bleiben am Ende unaufgelöst. Hier mag eine gute Portion Wut und Realismus enthalten sein, doch ein Hoffnungsstrahl wäre wünschenswert gewesen. Beeindruckend ist allemal die Leistung aller jungen Darsteller. Selbst die Rollen der furchtbaren Erwachsenen erreichen eine gewisse Vielschichtigkeit. Ein harter Stoff, der hier in einem depressiven Ende kulminiert. Ein Ausweg aus dem Teufelskreis wäre bei diesem Thema zumindest aber für die jungen Zuschauer sehr wichtig.

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Sprachen: Dänisch

Untertitel: Deutsch, Englisch

Anbieter

Kauf-DVDcmv-Laservision

Anbieterangaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (8. Woche 2019).