Everything will change

Prädikat wertvoll
Länge:
92 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 12 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
14.07.2022
Regie:
Marten Persiel
Darsteller:
Noah Saavedra (Ben), Jessamine-Bliss Bell (Cherry), Paul G. Raymond (Fini), Vibeke Hastrup (Elisabeth), u.a.
Genre:
Dokumentation , Science-Fiction , Drama , Politischer Film , Road-Movie
Land:
Deutschland, Niederlande, 2021

Darum geht es in „Everything will change“:


Im Jahr 2054 ist die Erde ein unwirtlicher Ort: die Landschaften sind verbrannt, Wiesen verdorrt, Tiere verschwunden. Die Menschen wohnen in Containern in einer sterilen Betonwelt und tauschen sich nur noch über Computer und Interfaces aus. Als Ben in einem Laden ein Foto mit einer Giraffe findet, glauben er und seine Freund*innen Fini und Cherry an einen Fake. Doch der Ladenbesitzer beweist ihnen mit Videos das Gegenteil: Früher gab es unglaublich viele unterschiedliche Tiere. Die drei sind verblüfft und wollen mehr wissen. Auf einer Autofahrt in die Einöde stoßen sie auf eine Art Arche. Dort sammeln Wissenschaftler- und Künstler*innen Daten und Erinnerungen an die Artenvielfalt und geben ihre Erkenntnisse an die drei Freund*innen weiter. Sie lernen durch dokumentarische Filme erstmals die frühere Schönheit der Natur kennen. Das Trio beschließt, eine global ausgestrahlte TV-Show zu hacken, um die Erdbewohner*innen zu warnen und zur Umkehr zu bewegen.


Lohnt sich der Film für dich?


Eine „Liebeserklärung an die Wildnis und deren Fähigkeit, uns zu lehren, wer wir sind“, nennt der Regisseur Marten Persiel seinen zweiten langen Film. Darin verschmilzt er dokumentarische und fiktionale Elemente zu einem märchenhaften Road Trip, der die Folgen des Artensterbens phantasievoll veranschaulicht. Persiel, der aus einer Familie stammt, in der Naturschutz großgeschrieben wird, will angesichts des Klimawandels und dessen Folgen aufklären und aufrütteln. Dafür hat er die Form eines dokumentarischen Märchens gewählt, das aus der Perspektive einer düsteren Zukunft die Jetztzeit schildert.

Reizvoll an diesem facettenreichen Filmhybrid ist vor allem die Idee, dass Forschende aus einer imaginären fernen Zukunft auf die Gegenwart blicken. Die jedoch werden von prominenten Forscher- und Künstler*innen, darunter der Regisseur Wim Wenders, dargestellt. Diese paradoxe Kombination soll deutlich machen, dass wir bei der Biodiversität das Schlimmste womöglich noch verhindern können. Und auch sonst hat der Film seine Ecken und Kanten. So wirken die Gliederung in Buchkapitel und die betuliche Sprechweise der Off-Erzählerin seltsam altmodisch im Vergleich zum futuristischen Ambiente. Zudem gerät die Spielfilm-Handlung am Schluss etwas ins Abseits, weil die dokumentarischen Anteile zu viel Gewicht erhalten.

Beim Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken 2022 gewann „Everything Will Change“ den Publikumspreis Spielfilm. Passend zu ihrem Anliegen waren die Filmemacher bestrebt, möglichst umweltschonend zu drehen. Da sie für die Aufnahmen viel fliegen mussten, haben sie entsprechend der C02-Produktion Geld an Klima-Initiativen gezahlt und 3500 Bäume pflanzen lassen.

Reinhard Kleber

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FilmverleihFarbfilm Verleih