Encanto

Länge:
0 Minuten (Blu-ray: 102 Minuten)
Altersempfehlung:
Ab 8 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 0 Jahren
Kinostart:
24.11.2021
Regie:
Byron Howard, Jared Bush, Charise Castro Smith
Darsteller:
Genre:
Musikfilm , Animation
Land:
USA, 2021

Es ist einfach unfair. Jeder in der Familie von Maribel hat magische Fähigkeiten. Nur Maribel nicht. In jener Nacht, als auch ihre besondere Gabe offenbart werden sollte, war da hinter der Tür einfach – nichts. Sie sei nicht-besonders-besonders, sagt man deshalb freundlich. Aber wirklich tröstlich ist das nicht. Wer will schon Durchschnitt sein?


Was dich in Disneys „Encanto‟ erwartet:


Wäre es nicht toll, wenn Maribel so superstark wäre wie ihre Schwester Luisa? Oder überall Blumen zaubern könnte wie die hübsche Isabela? Oder sich in andere Menschen verwandeln könnte wie Cousin Camilo? Oder die Sprache der Tiere verstehen wie Cousin Antonio? Oder mit ihrer Kochkunst heilen wie ihre Mutter Julieta? Die durch und durch magische Welt der Großfamilie Madrigal aus dem kleinen Dorf in Kolumbien jedoch beginnt zu wanken, als immer mehr Risse im Haus auftauchen. Auch dieses ist eigentlich aus Magie entstanden. Aber warum geht es dann jetzt plötzlich kaputt? Und warum scheinen die anderen Familienmitglieder ihre Gaben zu verlieren? Vielleicht ist Maribel es, die nun ihre Familie retten kann.


Was die Bilder angeht, ist dieser Animationsfilm aus den Disney-Studios mal wieder eine Wucht. Die Farben leuchten, ja sie scheinen geradezu von der Leinwand zu springen. All dies passt wunderbar zu dem Schauplatz und zu den schwungvollen Musik- und Tanzszenen, denn auch dieser Disney-Film – es ist mittlerweile der 60. lange Trickfilm des Studios – ist ein Musical. Dass die Figuren sich dabei unglaublich elegant bewegen, muss man eigentlich gar nicht betonen. Bei Disney versteht man es einfach, Trickfiguren eine Seele einzuhauchen und sie zum Leben zu erwecken.


Unser Fazit zum Film „Encanto‟:


Klingt alles sehr nett? Ja, ist es auch. Aber trotzdem gibt es auch Momente, die ein wenig düsterer sind. Schon gleich zu Beginn etwa sehen wir, wie die Familie Madrigal einst in einer Nacht- und Nebelaktion fliehen musste und bei dieser Flucht auch Maribels Großvater ums Leben kam. So gibt es durchaus viel Schatten in dieser Familie, wozu auch der verstoßene Onkel Bruno gehört, über den niemand reden will. Und die magischen Gaben erweisen sich oft nur als schöner Schein. Dass auch Superheldenfamilien so ihre zwischenmenschlichen Probleme haben, wissen wir ja bereits aus den beiden „Die Unglaublichen‟-Filmen oder der „Umbrella Academy‟. Auch darum geht es bei „Encanto‟, nur eben musikalisch und bunt verpackt.

Doch so schön dieser Film anzusehen ist, so bleibt doch ein etwas fader Beigeschmack. Irgendetwas fehlt – trotz eines schönen Schauplatzes, der ein Eigenleben führt und einer richtig tollen schrägen Nebenfigur. Die Handlung will einfach nicht so richtig mitreißen und schwankt ein wenig unentschlossen zwischen großem Drama und Slapstick. Aber andererseits ist es ja eigentlich auch ganz schön, davon zu erzählen, dass man keine magische Gabe braucht, um besonders zu sein. Und dass Familie auch mal anstrengend sein kann.

Stefan Stiletto

Anbieter

FilmverleihWalt Disney Germany