Einsam, zweisam

Länge:
110 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 12 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 6 Jahren
Kinostart:
19.12.2019
Regie:
Cédric Klapisch
Darsteller:
François Civil (Rémy), Ana Girardot (Mélanie), Camille Cottin, François Berléand, Simon Abkarian, Eye Haïdara, Rebecca Marder
Genre:
Tragikomödie
Land:
Frankreich, 2019

Rémy ist 30, lebt allein in Paris und weiß nicht so recht, wie er jemand kennenlernen soll. Doch das scheint zweitrangig, als bei seiner Arbeit allen gekündigt wird, außer ihm. Die Arbeit, der Versand von Paketen, wird zukünftig von Robotern übernommen. Stattdessen bekommt Rémy eine Stelle im Callcenter des Kundenservice angeboten. In der U-Bahn hat Rémy eine Panikattacke und fühlt sich insgesamt unheimlich erschöpft. Der Gedanke, dass er als einziger seiner Kollegen eine Perspektive hat, stürzt ihn eine Depression. Auf ärztlichen Rat beginnt Rémy eine Psychotherapie, ohne erst so richtig zu wissen, ob und was ihm das bringt.

Mélanie ist ebenfalls 30 und wohnt in unmittelbarer Nachbarschaft von Rémy. Sie kann schlecht schlafen und hängt noch einer vergangenen verkorksten Beziehung nach. Dabei hätte sie kein Problem, jemand Neues zu finden, doch die Dates fühlen sich nicht richtig an. Auch sie sucht Rat bei einer Therapeutin.
Immer wieder laufen sich Rémy und Mélanie beinahe über den Weg und knapp aneinander vorbei. Von der Existenz des anderen ahnen sie nichts. Dabei würde diese vielleicht für den anderen eine Bereicherung sein.

Dass Cédric Klapisch ein Gespür dafür hat, Figuren und ihre Emotionen zu porträtieren und ein Stimmungsbild einer Generation zu liefern, hat er mit Filmen wie „L’auberge espanole“ bewiesen. Auch „Einsam, zweisam“ gelingt es einfühlsam, das Lebensgefühl zweier junger Menschen in der Großstadt abzubilden. Das Leben in der dortigen Anonymität, die Frage, ob und wie man Anschluss findet, die Veränderung der Arbeitswelt und eigene alte Wunden stellen die beiden vor ähnliche Herausforderungen. Diese beiden Handlungsstränge sind in ihren Wendungen nicht spektakulär, finden aber eine bemerkenswerte Balance zwischen ernsthafter und berührender Auseinandersetzung mit den Figuren und leichten bis absurd komischen Situationen. Und dazu macht es Vergnügen, dass Rémy und Mélanie immer wieder sich beinahe begegnen. Leicht hätte man hieraus eine kitschige Liebeskomödie machen können. Doch Klapisch verweigert dies zum Glück und zögert die Begegnung der beiden immer wieder heraus. So ist „Einsam, zweisam“ eine gelungene Tragikomödie über das moderne Leben in der Stadt geworden.





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