Die Schneiderin der Träume

Länge:
99 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 12 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 0 Jahren
Kinostart:
20.12.2018
Regie:
Rohena Gera
Darsteller:
Tillotama Shome (Ratna), Vivek Gomber (Ashwin)
Genre:
Politischer Film , Love Story , Drama
Land:
Indien, Frankreich, 2018

Ratna muss den Besuch bei ihrer Familie auf dem Land abbrechen, weil die Hochzeit ihres Arbeitgebers Ashwin geplatzt ist und er vorzeitig wieder ihre Dienste in Mumbai braucht. Ratna ist froh, diese Arbeit zu haben, denn als Witwe ist ihr auf dem Land nicht gestattet, zu arbeiten. Als ihr Mann verstarb war sie 19 Jahre alt und seither bestimmen die Schwiegereltern, was sie machen kann und was nicht. Diese sind glücklicherweise froh, dass sie Ratna nicht ernähren müssen und so erlauben sie ihr, in Mumbai dieser Arbeit nachzugehen.
Ashwin, ein junger Architekt, ist dem Tod seines Bruders aus Amerika zurückgekehrt, um in die Firma seines Vaters einzusteigen. Seine Verlobung hat er gelöst, denn Sabina, seine Verlobte, hat ihn schon jetzt betrogen. Seine persönlichen Träume sahen auch anders aus. Am liebsten ginge er wieder in die USA zurück, doch er fühlt sich den Eltern verpflichtet.
Ratna arbeitet vor allem, damit ihre jüngere Schwester erst eine Ausbildung machen kann, bevor sie heiratet. Deshalb spart sie und schickt Geld nach Hause. Ihr eigener größter Traum ist es, eine Ausbildung zur Schneiderin zu machen. Am allerliebsten würde sie Mode designen, doch so etwas scheint für sie unerreichbar. „Scheint“, denn Ratna setzt auf kleine Schritte. Sie hat sich einen Zusatzjob bei einem Schneider organisiert und hofft, von ihm etwas zu lernen. Ashwin, der ihre Idee zunächst belächelt, unterstützt sie, indem er ihr die nötigen Freiräume schafft. Ohne es zu merken beginnt auch für ihn damit die Loslösung aus einem fremdbestimmten Leben.

Mit „Die Schneiderin der Träume“ ist Regisseurin Rohena Gera ein wunderbarer Film gelungen, der gleichzeitig authentisch und fantastisch scheint. Sie erzählt subtil von der Möglichkeit, unerreichbar scheinenden Träumen mit kleinsten Schritten näher zu kommen. Davon, wie solch ein Traum von anderen unterstützt werden kann und wie sich ganz allmählich daraus gesellschaftliche Veränderungen ergeben könnten. Es passiert nichts Dramatisches in diesem Film, trotzdem ist er spannend bis zur letzten Minute. Tillotama Shome und Vivek Gomber erschaffen mit Ratna und Ashwin in kleinen Gesten zwei ganz alltägliche, ganz besondere Menschen. Ihre Charakterisierung der Figuren lässt sich nur schwer in Worte fassen, so fein sind die Nuancen, in denen die Entwicklung verläuft. Die Gefühle, die dabei zwischen den aus unterschiedlichen Kasten stammenden Persönlichkeiten entstehen, ermöglichen auch eine klare Sicht auf sich selbst. Als Zuschauer möchte man von dieser Geschichte kein Detail übersehen.

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