Die Odyssee

Länge:
83 Minuten (Blu-ray: 83 Minuten)
Altersempfehlung:
Ab 12 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
28.04.2022
Regie:
Florence Miailhe
Darsteller:
/
Genre:
Drama , Animation
Land:
Frankreich, Deutschland, Tschechische Republik , 2021

Worum es in „Die Odyssee‟ geht:


Nachdem Soldaten und bewaffnete Bauern in ihrem Heimatdorf eingefallen sind, Brände gelegt und Menschen erschossen haben, gibt es für die Eltern von Kyona und Adriel keinen Zweifel mehr. Sie müssen fort. Schon kurze Zeit später sind sie nur mit dem Nötigsten ausgestattet unterwegs. Bald werden die beiden Geschwister von ihren Eltern getrennt und müssen sich allein durchschlagen. Das klingt hart – und so ist die Geschichte auch. „Die Odyssee‟ versucht, so viel wie möglich über das Schicksal von Menschen auf der Flucht zu erzählen. Um bestimmte reale Ereignisse geht es der Regisseurin Florence Miailhe nicht, auch wenn ihr Film von den Erfahrungen ihrer Urgroßeltern inspiriert wurde. Deshalb spielt die Geschichte in einer fiktiven Welt, deren Probleme jedoch allesamt sehr vertraut und realistisch wirken. Auch in dieser gibt es die unterschiedlichsten Gründe, weshalb Menschen ihre Heimat verlassen müssen, mal sind das Kriege, mal ist es der Klimawandel. Auf ihrem Weg geraten Kyona und Adriel in die Hände skrupelloser Menschenhändler und Schleuser, leben in stetiger Gefahr und müssen stets darum kämpfen, nie zu vergessen, wer sie sind und woher sie kommen.


Was diesen Animationsfilm besonders macht:


CGI-Animationen gibt es gerade wie Sand am Meer. Aber eine Öl-auf-Glas-Animation – so etwas sieht man nur selten. Und wenn, dann eigentlich nur in Kurzfilmen. „Die Odyssee‟ ist der erste Langfilm überhaupt, der mit dieser Technik animiert wurde. Fast sieht es so aus, als ob da ein Gemälde vor den Augen zum Leben aufwacht. Ein Kunstfilm also? Ja, irgendwie schon – weil eben alle Bilder hier mit Ölfarben gemalt wurden. Aber auch ein Film, der viel zu erzählen hat und aufgrund der Fluchterzählung bedrückend aktuell ist.

Auffällig ist, dass in der Geschichte immer wieder märchenhafte Elementen auftauchen. So ist es kein Zufall, dass wir bei der alten Frau im winterlichen Birkenwald an eine Hexe denken. Und auch, dass Kyona und Adriel manchmal an Hänsel und Gretel erinnern, ist beabsichtigt. Das ist klug gemacht, denn dadurch wirkt der Film zeitlos und findet eindringliche Bilder für die schrecklichen Erfahrungen der beiden Geschwister. Am besten ist die „Die Odyssee‟ aber immer dann, wenn er die Möglichkeiten der Öl-auf-Glas-Technik ausnutzt und zeigt, wie Flächen und Formen sich malerisch verwandeln und ganz fließend im Laufe einer Einstellung etwas Neues vor den Augen entsteht. Also doch ein ziemlicher Kunstfilm. Aber einer, auf den man sich gut einlassen kann.

Stefan Stiletto

Anbieter

FilmverleihGrandfilm