Die Mitchells gegen die Maschinen

Länge:
113 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 10 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 6 Jahren
Regie:
Michael Rianda, Jeff Rowe (Ko-Regisseur)
Darsteller:
Abbi Jacobson (Originalstimme Katie Mitchell), Danny McBride (Rick Mitchell), Maya Rudolph (Linda Mitchell), Michael Rianda (Aaron Mitchell), Olivia Colman (PAL) u. a.
Genre:
Animation , Komödie , Familienfilm , Science-Fiction , Action
Land:
USA, 2021

Genug ist genug! Als ihr Vater Rick ihrer großen Leidenschaft mal wieder keine richtige Beachtung schenkt und auch noch ihren Laptop schrottet, stapft die seit klein auf filmbegeisterte Katie Mitchell wutentbrannt in ihr Zimmer. Glücklicherweise beginnt für sie mit dem heiß ersehnten Studium an einer Filmhochschule schon am nächsten Tag ein neuer Lebensabschnitt fernab von ihrem chaotischen Elternhaus. Auf Drängen seiner Ehefrau Linda will sich Rick bei seiner verärgerten Tochter entschuldigen und zaubert am Morgen eine Überraschung aus dem Hut, die Katie erst einmal die Sprache verschlägt. Kurzerhand hat ihr Dad ihren Flug gecancelt, um mit der ganzen Familie einen Roadtrip zum College-Ort zu unternehmen. Die Freude der angehenden Studentin hält sich zwar in Grenzen. Gemeinsam mit Papa, Mama und ihrem kleinen Bruder Aaron stürzt sie sich dann aber doch ins Abenteuer. Unterwegs werden die Mitchells allerdings von einer Apokalypse kalt erwischt. Nach einer Produktpräsentation des Tech-Giganten PAL Labs haben sich die vorgestellten Roboter, von einer beleidigten KI gesteuert, gegen ihren Schöpfer gewendet und machen sich nun daran, die Menschheit zu unterwerfen. Plötzlich liegt es an Katie und ihrem Anhang, die drohende Katastrophe abzuwenden.

2020 stand „Die Mitchells gegen die Maschinen“ noch unter dem Titel „Connected – Familie verbindet“ auf der Startliste und sollte eigentlich im damaligen Spätsommer in die deutschen Kinos kommen. Wie so viele Filme wurde das Animationswerk in Zeiten der Corona-Pandemie aber vorerst wieder aus dem Kalender gestrichen. Für über 100 Millionen Dollar sicherte sich schließlich Netflix die weltweiten Veröffentlichungsrechte. Dass der Streifen aus dem Hause Sony ursprünglich für die große Leinwand gedacht war, merkt man schon in den ersten Minuten, wenn sich die als Erzählerin fungierende Katie einen kleinen Vorgriff erlaubt: Verfolgungsjagden und irre Stunts sind offenbar fester Bestandteil des Plots. Was will man bei einem Roboteraufstand auch anderes erwarten!

Der Titel lässt vermuten, dass die Mitglieder der Mitchell-Familie gleichwertig behandelt werden. Tatsächlich ist es aber in erster Linie die Geschichte der Außenseiterin Katie und ihres wenig technikaffinen Vaters, die sich während ihres Ausflugs langsam wieder annähern und respektieren lernen. Linda und Aaron hingegen wirken meistens wie schmückendes Beiwerk. Der Film bemüht sich um eine emotionale Färbung. Die Schritte zum gegenseitigen Verständnis sind jedoch nicht immer differenziert und werden manchmal von den spektakulären Actionsequenzen stark in den Hintergrund gedrängt. „Die Mitchells gegen die Maschinen“ ist zweifelsohne kurzweilig, überrascht mit zahlreichen lustigen Verwicklungen, hätte allerdings ab und an auch mal auf die Bremse treten dürfen.

Katies brennendes Interesse für selbstgedrehte bunte Amateurfilmchen spiegelt sich in der gesamten optischen Gestaltung wider. Ständig ploppen im Bild Emojis und andere Symbole auf. Mehrfach wird das Geschehen für witzige Standaufnahmen angehalten. Und gelegentlich zwängen sich kurze amüsante Texteinblendungen zwischen die Erlebnisse der Familie. Das Phänomen der sogenannten Memes hat hier unübersehbar als Inspiration gedient. Mit dem Ergebnis, dass man sich phasenweise wie in einem gigantischen YouTube-Video vorkommt. Unterhaltungswert hat „Die Mitchells gegen die Maschinen“ also reichlich zu bieten. Zur Wahrheit gehört aber auch folgende Erkenntnis: Sehr eifrig bedient sich die Animationskomödie, nicht nur in Form direkter Zitate, bei bekannten Filmen und mixt ihre Story aus vielen vertrauten Zutaten zusammen.

Christopher Diekhaus

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Streaming-Anbieter

Angaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (17. Woche 2021).