Die Lebenden reparieren

Länge:
103 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
07.12.2017
Regie:
Katell Quillévéré
Darsteller:
Gabin Verdet (Simon), Emmanuelle Seigner (Marianne), Kool Shen (Vincent), Anne Dorval (Claire), Finnegan Oldfield (Maxime), Théo Cholbi (Sam), Bouli Lanners (Pierre Révol)
Genre:
Drama , Literaturverfilmung
Land:
Frankreich, Belgien, 2016
Als er früh morgens das Haus verlässt, um mit seinen Freunden in der Umgebung der Hafenstadt Le Havre surfen zu gehen, ahnt der abenteuerlustige Teenager Simon noch nicht, dass er schon bald in eine Tragödie verwickelt wird. Auf dem Rückweg von ihrem Ausflug an den Strand geraten die Jugendlichen in einen Autounfall, bei dem Simon ein schweres Schädelhirntrauma erleidet. Für seine Eltern Marianne und Vincent bricht schließlich eine Welt zusammen, da ihnen die Ärzte keine Hoffnungen machen können. Einzig die Maschinen halten ihren im Koma liegenden Sohn noch am Leben. Während die beiden schon bald vor einer komplizierten Entscheidung stehen, erfährt die herzkranke Zweifachmutter Claire im entfernten Paris, dass sie dringend ein Spenderorgan benötigt.

Katell Quillévéré scheint ein Händchen für unter die Haut gehende, lebensnahe Dramen zu haben. Ihr letzter Spielfilm „Die unerschütterliche Liebe der Suzanne“ erzählte auf berührende, erfrischend unkonventionelle Weise von einer rastlosen jungen Frau, die ihrer Umwelt ein ums andere Mal Kopfzerbrechen bereitet. Mit ihrer neuen Regiearbeit „Die Lebenden reparieren“, einer Adaption des gleichnamigen Romans von Maylis de Kerangal, gelingt der Französin nun ein kluger, facettenreicher Blick auf das alles andere als einfache Thema „Organspende“. Zwei Familien und zwei unterschiedliche Schicksale sind die Dreh- und Angelpunkte einer tief bewegenden Geschichte, die eindrucksvoll zeigt, wie nah Trauer und Hoffnung bisweilen beieinanderliegen können. Statt große Worte und melodramatische Ausschweifungen zu bemühen, fängt Quillévéré das turbulente Innenleben ihrer Figuren häufig in kleinen Gesten und prägnanten Regungen ein. Die Kamera, die schon den ausgelassenen Surfausflug am Anfang virtuos begleitet, bleibt die meiste Zeit nah an den Protagonisten, was die Darstellerinnen und Darsteller in besonderem Maße fordert. Erfreulicherweise haben die Macher hier ein Ensemble zusammengetrommelt, das den behutsamen Ansatz der Regisseurin überzeugend umzusetzen weiß und in seinem Spiel eine erstaunliche Natürlichkeit an den Tag legt. „Die Lebenden reparieren“ hat eine Reihe hochintensiver, wahrhaftiger Momente zu bieten und sticht auch deshalb hervor, weil immer wieder die verantwortungsvolle, unter enormem Druck ablaufende Arbeit des medizinischen Personals festgehalten wird – manchmal sogar mit einer beinahe dokumentarischen Genauigkeit, die das Geschehen noch lebensechter erscheinen lässt.

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