Die beste aller Welten

Prädikat besonders wertvoll
Länge:
99 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
28.09.2017
Regie:
Adrian Goiginger
Darsteller:
Jeremy Miliker (Adrian), Verena Altenberger (Helga), Lukas Miko (Günter), Michael Pink (Grieche), Michael Fuith (Herr Hütter), Reinhold G. Moritz (Berni)
Genre:
Drama
Land:
Österreich, Deutschland, 2017
Für den siebenjährigen Adrian gibt es nichts Schöneres, als im Freien herumzutoben und sich spannende Geschichten auszudenken. Schon jetzt weiß der aufgeweckte Junge ganz genau, dass er später Abenteurer werden möchte. Bestärkung findet er bei seiner Mutter Helga, die ihren Sohn über alles liebt, aufgrund ihrer Drogensucht aber nicht immer für ihn da sein kann. Ständig trifft sie sich mit anderen Abhängigen in ihrer Wohnung, um sich dem Rausch hinzugeben und ihre Sorgen zu vergessen. Ein Dorn im Auge sind der jungen Frau die Besuche eines Mitarbeiters vom Jugendamt, der regelmäßig kontrolliert, ob Adrian bei seiner Mutter wirklich in stabilen Verhältnissen lebt. Nur mit Mühe kann Helga die Fassade aufrechterhalten, begreift allerdings nach einem dramatischen Zwischenfall, dass sie endlich Verantwortung übernehmen muss, wenn sie ihren Sohn nicht verlieren will.

Erst kürzlich lief in den deutschen Kinos mit Schloss aus Glas ein Familiendrama an, das auf wahren Ereignissen beruht und ein höchst ungewöhnliches Aufwachsen beschreibt. Auch bei „Die beste aller Welten“ handelt es sich um eine reale Geschichte, die eine alles andere als normale Kindheit illustriert. Der österreichische Regisseur und Drehbuchautor Adrian Goiginger rekapituliert seine eigenen Erfahrungen und schickt den Zuschauer dabei durch ein Wechselbad der Gefühle. Einerseits wird dank des famos-eindringlichen Spiels der beiden Hauptdarsteller deutlich, wie nahe sich Mutter und Sohn trotz aller Widrigkeiten stehen. Helga ist sichtlich bemüht, den kleinen Adrian vor den Schattenseiten ihres Lebens zu beschützen. Etwa, indem sie eine märchenhafte Sprache benutzt, um den Drogenalltag ein wenig erträglicher zu machen. Andererseits ist man immer wieder zutiefst erschüttert, wenn die Sucht der Mutter den Jungen in Situationen bringt, die man einem Kind nie und nimmer zumuten darf. Gefilmt ist das mitreißende, erst gegen Ende etwas überhastet wirkende autobiografische Drama aus der Augenhöhe des Siebenjährigen, dessen blühende Fantasie an einigen Stellen konkret ins Bild gesetzt wird. Auf diese Weise bringt der Film Adrians Ängste und seine Schutzreflexe pointiert zum Ausdruck. Dass Goiginger genau weiß, wovon er hier erzählt, ist in jeder Einstellung zu spüren und macht „Die beste aller Welten“ zu einem echten Glücksfall.

Anbieter

Kommentare zum Film