Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit

Länge:
0 Minuten (Blu-ray: 121 Minuten)
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 0 Jahren
Kinostart:
07.03.2019
Regie:
Mimi Leder
Darsteller:
Felicity Jones (Ruth Bader Ginsburg), Armie Hammer (Martin D. Ginsburg), Justin Theroux (Mel Wulf), Kathy Bates (Dorothy Kenyon), Sam Waterston (Erwin Griswold) u. a.
Genre:
Biopic
Land:
USA, 2018

Auch eine selbstbewusste junge Frau wie Ruth Bader Ginsburg hat es an der Universität nicht leicht. Schon an ihrem ersten Tag an der Harvard Law School weht ihr ein rauer Wind entgegen. Die Professoren sind es noch nicht gewohnt, Frauen in ihren Vorlesungen zu sehen. Frauen? Die sollten doch lieber den männlichen Juraanwärtern Platz machen und sich zu Hause um Mann und Kind, um Heim und Herd kümmern. Wir befinden uns im Jahr 1956. An der Seite von Ruth Bader Ginsburg, die seit 1993 Richterin am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten und in den USA eine äußerst populäre – und von vielen geliebte – Persönlichkeit ist, durchschreitet das Biopic einen Zeitraum von etwa eineinhalb Jahrzehnten. Der Film beginnt in der Mitte der äußerst konservativen 1950-Jahre, die noch von klaren Rollenbildern bestimmt sind, und wird nach einem Zeitsprung schließlich zu Beginn der 1970er-Jahre fortgesetzt, als sich die Zeiten schon ein wenig geändert haben. Die 68er-Bewegung hat die Gesellschaft in Aufruhr versetzt. Der Ruf nach Gleichberechtigung, Selbstverwirklichung und Freiheit ist nicht mehr zu überhören und hat erste Früchte getragen. Und genau zu dieser Zeit gelingt es Ginsburg, der lange trotz hervorragender Noten eine Anstellung als Anwältin verwehrt wurde, die Männerwelt auch vor Gericht in die Schranken zu weisen und aufzudecken, wie diskriminierend gegenüber Frauen viele richterliche Entscheidungen und Gesetze sind. Gemeinsam mit ihrem Mann, mit dem sie eine für die damalige Zeit außergewöhnlich gleichberechtigte Ehe führt, geht Ginsburg vor Gericht gegen ein Urteil an, das – ausgerechnet – einen Mann benachteiligt und damit besonders für Aufmerksamkeit sorgen kann.

„Die Berufung“ ist teils ein charmantes Biopic, teils ein klassischer Gerichtsfilm, der gut unterhält und mit seiner Anklage gegenüber Diskriminierung und Ungleichbehandlung auf der Grundlage des Geschlechts ziemlich aktuell ist. Seine Stärken liegen dabei vor allem in der zweiten Hälfte, wenn der Film zur Außenseitergeschichte wird, in der die scheinbar Schwachen die bestehende Ordnung herausfordern und vor Gericht geschliffene Wortgefechte geführt werden. Eine schöne Nebenhandlung unterdessen erzählt über Ginsburg und ihre jugendliche Tochter – wobei humorvoll deutlich wird, wie sehr sich das Selbstverständnis der jungen Frauen bereits verändert hat und auf einmal sogar die Mutter von ihrer Tochter lernt. Dass die Geschichte insgesamt nicht sonderlich originell umgesetzt wurde, machen die Schauspielerinnen und Schauspieler – etwa Star Wars: Rogue One-Star Felicity Jones als Ruth Bader Ginsburg – wieder wett.

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