Der verlorene Sohn

Länge:
115 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 12 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
21.02.2019
Regie:
Joel Edgerton
Darsteller:
Lucas Hedges, Nicole Kidman, Russel Crowe, Joel Edgerton
Genre:
Drama
Land:
USA, 2019

Es ist die erste Hauptrolle des aufstrebenden Schauspielers Lucas Hedges: Als „Der verlorene Sohn“ spielt er einen Studenten, dessen Eltern ihn zur Konversionstherapie schicken, um seine Homosexualität „zu heilen“. Die Geschichte basiert auf der 2016 veröffentlichten Autobiografie von Garrard Conley und wurde von Joel Edgerton für die große Leinwand adaptiert. Edgerton – selbst bekannter Schauspieler aus Filmen wie Der große Gatsby – übernahm auch in „Der verlorene Sohn“ wieder eine große Rolle und führte obendrein noch Regie.

Jared Eamons hat es seinen Eltern gesagt. Deshalb ist es so still beim Abendessen, deshalb sieht sein Vater – ein Baptistenprediger – ihm nicht mehr in die Augen. Am nächsten Morgen fährt seine Mutter den 19-jährigen Sohn zu einer Einrichtung, in der sie sich gleich am Empfang von Jared verabschieden muss. Dann wird ihm das Handy abgenommen, sowie alle anderen persönlichen Dinge. Jared findet sich auf einem Klappstuhl wieder, umgeben von weiteren jungen Menschen in seiner Situation. Sie sind schwul und wollen (oder sollen) das ändern. Angeleitet werden sie von dem eindringlichen Therapie-Leiter Victor Sykes.

Schon beim Einchecken verleiht die Filmmusik der Einrichtung „Love in Action“ einen militärischen Anstrich. Anfangs motiviert und hoffnungsvoll, zeigt Hedges mit dezentem Spiel die wachsende Skepsis seiner Figur, die doch nur eines will: den Eltern gerecht werden. Diese sind mit Nicole Kidman und Russell Crowe namhaft und passend besetzt. Wir erleben sie als Gefangene ihrer eigenen Überzeugungen und Zweifel. Vor allem Kidman als Mutter, die sich zunehmend zwischen ihrem Mann und ihrem Sohn entscheiden muss, überzeugt einmal mehr. Der bemerkenswerte Score von „Der verlorene Sohn“ unterstreicht die wachsende Spannung im zu zerbrechen drohenden Familiengebilde und im Selbstwertgefühl des Sohnes, dessen erste intime Begegnungen mit Gleichaltrigen in Rückblenden erzählt werden. In einem langsamen Erzähltempo und mit ruhiger Kameraführung lässt Regisseur Joel Edgerton seinen Hauptfiguren und dem Publikum die Zeit, die Eindrücke von den Vorgängen in der Konversiontherapie zu verarbeiten. Die Gefühle der Ohnmacht und wachsenden Wut, denen Jared ausgesetzt ist, übertragen sich auf die Zuschauer*innen. „Der verlorene Sohn“ ist ein Film, der aufwühlt. Lucas Hedges, der für Manchester by the Sea bereits mit einem Oscar als bester Nebendarsteller nominiert war, legt hier eindrucksvoll an den Tag, dass er auch einer Hauptrolle gewachsen ist.

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