Film: Der Nachtmahr

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Der Nachtmahr

Wilde Techno-Partys zu treibenden Beats, eine 17-jährige Teenagerin und ein hässliches Wesen. Der Künstler Akiz hat eine wuchtige Mischung aus Coming-of-Age-Geschichte und Horrorfilm gedreht.

„Tina hat im Moment ein paar Probleme“, erklärt die Mutter dem Besuch. Und tatsächlich wirkt das 17-jährige Mädchen ein wenig abwesend und verwirrt. Sie hört seltsame Geräusche aus ihrem Zimmer, die sie fast wahnsinnig werden lassen. Sie hat Angst davor, dorthin zurück zu gehen. Schon seit Tagen verfolgt sie dieses kleine hässliche Wesen, diese buckelige Gestalt mit der grauen ledrigen Haut und den Furcht einflößenden Augen. Nur: Niemand glaubt Tina. Alle halten sie für verrückt. Ihre Eltern, und sogar ihre besten Freundinnen, mit denen sie sich bislang nahezu ununterbrochen durch Technopartys getanzt hat. Doch dann geht Tina einen ungewöhnlichen Schritt. Sie weicht dem Wesen, das geradezu körperlich mit ihr in Verbindung zu stehen scheint und dessen Empfindungen sich direkt auf Tina übertragen, nicht mehr aus, sondern geht auf es zu und reicht ihm die Hand. So schlimm ist es gar nicht. Aber was passiert, wenn ihre Eltern es doch noch sehen

Begleitet von wuchtigen elektronischen Beats und Stroboskopeffekten führt uns „Der Nachtmahr“ schon in der ersten Szene in die Berliner Technoszene und damit hinein in jene Zwischenwelt, in der Tina Tag und Nacht lebt. Wenn sie während einer dieser intensiven Partys zu halluzinieren beginnt und eine Panikattacke erleidet, kann man dies noch auf ihren Lebensstil schieben. Aber so einfach macht es sich der Multimedia-Künstler Akiz, der mit „Der Nachtmahr“ nach Arbeiten an Gemälden und Skulpturen seinen ersten Langfilm gedreht hat, nicht. Was als Horrorfilm beginnt, wandelt sich nach und nach zu einer symbolisch aufgeladenen Geschichte über das Erwachsenwerden und die Ängste einer jungen Frau. Plötzlich steht da etwas vor Tina, das ihr Angst macht und dem sie nicht entfliehen kann. Das ist kein typisches Monster, wie wir es aus zahlreichen Filmen kennen. Und deshalb kann man es auch nicht so einfach wieder loswerden. Sobald Tina dies begreift, wird „Der Nachtmahr“ richtig interessant. Dabei ahnt man als Zuschauer in der jeweiligen Situation nur, ob es sich um Realität, (Alp-)Traum, Phantasie oder Halluzination handelt. Man ist den Bildern ähnlich ausgeliefert wie die Protagonistin. Und wenn das seltsame Wesen dann näher kommt, verliert es seinen anfangs bedrohlichen Charakter und entpuppt sich als Mischung aus E.T. und Yoda, die durchaus sympathisch wirkt.

Dass dieser Film nicht nur bizarr, sondern trotzdem auch glaubwürdig ist, macht seine besondere Qualität aus – neben der eindrucksvollen Hülle, in die diese Geschichte verpackt wurde. Denn „Der Nachtmahr“ ist eigentlich kein Film für den Fernseher, sondern eindeutig für die große Leinwand oder einen ganz fetten Beamer mit Top-Tonanlage. Es ist lange her, dass ein Film sein Publikum durch seine Bild- und Toneffekte derart durchgerüttelt hat.


Blu-ray-Bildformat:1:2,35/1080p
Ton:dts HD 5.1 MA
Sprachen: Deutsch dts HD 5.1 MA
Untertitel: Deutsch/Englisch

DVD Extras: Trailer, Bildergalerie

Blu-ray Extras: Trailer, Bildergalerie

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