Dear Future Children

Prädikat besonders wertvoll
Länge:
89 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
14.10.2021
Regie:
Franz Böhm
Darsteller:
/
Genre:
Dokumentation
Land:
Deutschland, Großbritannien, 2020

Was dich in der Doku „Dear Future Children“ erwartet:


Die 23-jährige Rayen setzt sich in Chile für soziale Gerechtigkeit ein. Sie ist davon überzeugt, dass die junge Generation sich Gehör verschaffen muss, denn diejenigen, die für das Erbe von Diktator Pinochet stehen, würden nur an sich denken und nichts mehr verändern (wollen). In Uganda wiederum wird die 22-jährige Hilda von ihrem Lehrer darauf hingewiesen, dass der von ihr bekämpfte Klimawandel doch „Gottes Plan“ sei. Und die gleichaltrige Pepper aus Hongkong, die für die Unabhängigkeit von China kämpft, bekommt die Unterdrückungsmaßnahmen der Machthabenden unmittelbar am eigenen Leib zu spüren.

Es sind vor allem junge Frauen, die auf der ganzen Welt stellvertretend für ihre Generation auf die Straße gehen. Sie demonstrieren für Klimaschutz, Freiheit und Demokratie, gegen politische Lügen und soziale Ungerechtigkeit. Aber, was genau bewegt diese Aktivistinnen, ihren Kopf für andere hinzuhalten, und welche persönlichen Herausforderungen und Konsequenzen sind damit verbunden? Der 1999 geborene Filmemacher Franz Böhm geht diesen Fragen in seinem Dokumentarfilm nach und lässt die Protagonistinnen in erster Linie selbst zu Wort kommen.


Warum sich ein Blick in „Dear Future Children“ lohnt...


Rayen, Hilda und Pepper eint, dass sie ein klares Bewusstsein von ihrer Motivation und ihrem Handeln haben. Ausführlich berichten sie, wie sehr ihre Aktionen ihr gesamtes Leben verändert haben und, dass ihnen der Weg in ihr altes Leben für immer versperrt sein wird. Die Polizei in Chile beispielsweise geht brutal und ohne Rücksicht auf Verluste gegen die Demonstrierenden vor. Pepper musste Hongkong inzwischen verlassen, um nicht ins Gefängnis zu wandern. Und auch, wenn Hilda nicht so unmittelbar mit dem Leben bedroht ist wie Pepper und Hilda, bekommt sie hautnah mit, wie andere vom Klimawandel in ihrer Existenz bedroht oder an den Folgen gestorben sind.

Die freimütigen und sehr offenen Statements der drei Frauen sind ein Beleg dafür, dass die Filmcrew ein großes Vertrauensverhältnis zu ihnen aufbauen konnte. Das macht auch die wesentliche Stärke des Films aus, der in Bezug auf die politischen Hintergründe nur eine Momentaufnahme liefert, die von den aktuellen Nachrichten und nicht zuletzt aufgrund der Covid 19-Pandemie mittlerweile überholt ist. Was jedoch unabhängig davon bleibt, sind drei spannende Einzelporträts und die grundsätzliche Frage, ob das noch viel zu wenig wahrgenommene Engagement für eine bessere Zukunft wirklich nur ihre Aufgabe bleiben darf.

Holger Twele

Anbieter

Filmverleihcamino