Das Rad der Zeit – Staffel 1

Serienstart:
19.11.2021
Staffel:
1
Folgen:
8
Länge der Folgen:
54 bis 62 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Regie:
Wayne Yip, Uta Briesewitz, Salli Richardson-Whitfield, Ciaran Donnelly
Darsteller:
Rosamunde Pike (Moiraine), Daniel Henney (Lan), Josha Stradowski (Rand), Madeleine Madden (Egwene), Marcus Rutherford (Perrin), Barney Harris (Mat), Zoe Robins (Nynaeve) u. a.
Genre:
Fantasy , Literaturverfilmung
Land:
USA, 2021

Während Amazon noch den lang ersehnten Start der „Herr der Ringe“-Serie für den Herbst 2022 vorbereitet, hat das Studio des E-Commerce-Giganten ein anderes gewaltiges High-Fantasy-Epos bereits auf den Weg gebracht: Die erste Staffel von „Das Rad der Zeit“ führt uns in die tief verwobene Welt von Robert Jordan, der mit der gleichnamigen Roman-Reihe eines der umfangsreichsten Werke der Literaturgeschichte geschaffen hat.


Das passiert in der ersten Staffel von „Das Rad der Zeit“:


In einer Welt, in der sich Licht und Dunkelheit im ständigen Kampf befinden, sind der Dunkle König mit seinen gefährlichen Schattenwesen und die Lichthüterinnen Aes Sedai gleichermaßen auf der Suche nach dem wiedergeborenen „Drachen“. Denn wer auch immer die Seele des einst mächtigsten Magiers überhaupt in sich trägt, ist entscheidend für den weiteren Verlauf der Welt. Rund 3.000 Jahre lang haben alle auf diesen Augenblick gewartet – nun gibt es zuverlässige Informationen, dass der Wiedergeborene Drache in der Region der Zwei Flüsse leben soll. Also reisen die Aes Sedai Moiraine und ihr Wächter Lan so schnell wie möglich dorthin, um ihn zur Weißen Burg zu holen.

Doch es gibt gleich vier junge Menschen im Dorf, die es vom Alter her sein können: der impulsive Schäferssohn Rand, die angehende Heilerin Egwene, der ruhevolle und herzliche Perrin und der geistreiche Draufgänger Mat. Und keinerlei Anhaltspunkte, wer von ihnen nun wirklich der Drache ist. Kurzerhand nehmen Moiraine und Lan daher alle vier mit – und schicken sie damit auf eine schicksalsbeladene Reise, bei der vollkommen ungewiss ist, ob sie jemals wiederkehren werden. Doch sie hätten eh keine Wahl: Denn noch vor der Abreise muss es das ganze Dorf mit einer gewaltigen Übermacht an blutrünstigen Trollocs aufnehmen. Schließlich hat auch der Dunkle König die Gerüchte vernommen und seine Schergen losgeschickt. Wenn sie ihr Dorf und ihre Liebsten vor weiteren Angriffen bewahren wollen, bleibt ihnen nun bloß die Flucht nach vorn.


Lohnt sich die Serie „Das Rad der Zeit“ für mich?


Zugegeben: Hier schlummert weder ein alles in den Schatten stellendes Meisterwerk noch eine 1:1-Verfilmung, die sämtliche Details der Bücher berücksichtigt, um die belesenen Fans rundum zufriedenzustellen. Ohne den beständigen Abgleich mit der Romanvorlage ist die Serie allerdings ein richtig schön und bildgewaltig inszeniertes Fantasy-Spektakel, das uns über acht Folgen durch eine ganze Reihe an Abenteuern mit außergewöhnlichen Begegnungen führt. Dabei kann es  mitunter recht hart werden in einer Welt, die vom ständigen Kampf, von Ungewissheit und Misstrauen geprägt ist. Das wird schon in der ersten Folge mit dem Überfall der Trollocs (teuflische Tierwesen, die tatsächlich in etwa so aussehen, wie sie klingen) deutlich: Innerhalb weniger Minuten ist die dörfliche Idylle von Blut und Düsternis überzogen – und die Kampfszenen sind alles andere als leichte Kost. Wobei man danach wohl die grausamsten Momente der ersten Staffel bereits hinter sich hat.

Was etwas schade ist: Manchmal peitscht Showrunner Rafe Judkins die Handlung ein bisschen schnell voran und es ist nicht immer alles komplett nachvollziehbar. Außerdem kommen wir unseren Held:innen nie so nah, wie wir es von anderen Serien gewohnt sind. Dafür macht es schon Spaß, in die eindrucksvoll gezeichnete Welt von „Das Rad der Zeit“ einzutauchen, sich verzaubern und so manches Mal überraschen zu lassen.

Und da es in Kommentaren zur Serie ein Thema war: Ja, auch der Cast dieser aktuellen Produktion kommt divers daher. Aber geht ja gar nicht, weil abgelegene Dorfgemeinschaft und so? – Ja und? Siehste doch, dass es geht. Andere Serien wie „Bridgerton“ haben schließlich bereits gezeigt, wie befreiend ein solcher Konventionsbruch sein kann, der uns als diverse Zuschauer:innen einfach viel besser abholt.


Unser Fazit zu Staffel 1:


Die unglaublich großen Erwartungen, die wie so oft bei bekannten Fantasy-Reihen geweckt wurden, kann zumindest die erste Staffel von „Das Rad der Zeit“ nicht erfüllen. Aber ganz ehrlich: Das macht überhaupt nichts. Denn Langeweile kommt bei der Serie nicht auf und es bleibt auch weiterhin spannend. Schließlich basiert sie lediglich auf dem ersten von insgesamt vierzehn Buchbänden.

Marius Hanke

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Streaming-Anbieter

Angaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (46. Woche 2021).