Casting

Länge:
91 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 0 Jahren
Regie:
Nicolas Wackerbarth
Darsteller:
Andreas Lust (Gerwin), Judith Engel (Vera), Ursina Lardi (Almut Dehlen), Marie-Lou Sellem (Mila Ury-Tesche), Corinna Kirchhoff (Luise Maderer), Andrea Sawatzki (Annika Strassmann), Victoria Trauttmansdorff (Tamara Lentzke), Milena Dreissig, Nicole Marisch
Genre:
Tragikomödie
Land:
Deutschland, 2017

Regisseurin Vera sucht für ihren ersten Fernsehfilm noch die Besetzung der weiblichen Hauptrolle. Kein leichtes Vorhaben, denn sie plant ein Remake von „Die bitteren Tränen der Petra von Kant", einem Klassiker von Rainer Werner Fassbinder. Der erste Drehtag nähert sich und Veras Produzent sitzt ihr im Nacken. Doch Vera will die perfekte Petra finden und sich nicht unter Druck setzen lassen. Für Gerwin, der als Anspielpartner für die zu castenden Damen fungiert, eine gute Sache zum Geldverdienen. Und so taucht im Probenstudio der eine oder andere große Name an erfahrenen Schauspielerinnen auf und buhlt um die Rolle, Vera gerät immer weiter ins Schwimmen und Gerwin lässt sich immer mehr von dem Reiz und der Dynamik der Filmwelt anstecken, mit der er doch eigentlich längst abgeschlossen hatte.

Regisseur Nickolas Wackerbarth hat selbst als Schauspieler gearbeitet, bis er zum Filmemachen gewechselt ist. „Casting“ wirft auf unterhaltsame wie faszinierende Weise den Blick hinter die Kulissen einer Filmproduktion, den Druck, der auf den einzelnen Beteiligten lastet, und auf den gnadenlosen Prozess des Castings. Auch wenn man mit dieser speziellen Welt des Films nicht konkret vertraut ist, kann „Casting“ reizvoll sein. Denn wie hier Menschen taktieren und sich selbst vermarkten müssen, um Aufmerksamkeit zu bekommen, und wie man davon geblendet werden kann, wenn man für einen kurzen Moment Bedeutsamkeit zu erlangen scheint, ist eine so spannende wie universelle Thematik. Auch Influencer hadern mit diesen Problemen. Wackerbarths Spielfilm wirkt fast wie eine Doku, so nah dran scheint er an dem Probenprozess und den Figuren. Dass nicht mit einem festen Drehbuch gearbeitet wurde, sondern der Film durch Improvisation entstand, trägt viel zu diesem glaubwürdigen echten Eindruck bei. Dazu hinterlässt jede Figur ihre eigene prägnante Marke. Die etablierten Schauspieldiven, die ihre Haut zu Markte tragen, zeigen von stolzer Dominanz bis verletzlicher Verlorenheit viele unterhaltsame wie anrührende Momente und Gerwin, dessen Rolle aus dem Fassbinderfilm die eines Lovers wie Fußabtreters der Hauptfigur ist, schwankt auch in seiner Funktion im Casting immer zwischen diesen beiden Polen. So klug wie leichtfüßig setzt „Casting“ einer Gruppe Menschen, die sich für den Erfolg abstrampeln, ein kleines Denkmal.


 

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Sprachen: Deutsch DD 5.1, Dt. f. Sehg.

Untertitel: Deutsch, Englisch, Dt. f. Hörg.

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Anbieterangaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (20. Woche 2018).