Blade Runner 2049

Länge:
163 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Kinostart:
05.10.2017
Regie:
Denis Villeneuve
Darsteller:
Ryan Gosling (K), Harrison Ford (Rick Deckard), Robin Wright (Lieutenant Joshi), Ana de Armas (Joi), Sylvia Hoeks (Luv), Jared Leto (Niander Wallace), Carla Juri (Dr. Ana Stelline)
Genre:
Science-Fiction , Thriller , Drama
Land:
USA, 2017
Nach seiner Uraufführung im Jahr 1982 schlug der Science-Fiction-Parabel „Blade Runner“, die auf einem Roman von Philip K. Dick basiert, keineswegs so viel Begeisterung entgegen wie heutzutage. Erst mit der Zeit entwickelte sich Ridley Scotts Noir-Dystopie zu einem Kultfilm, der das Zukunftskino, vor allem visuell, entscheidend prägen sollte. Mehr als drei Jahrzehnte nach Erscheinen dieses Genreklassikers wagt sich Denis Villeneuve an eine Fortsetzung. Schon mit den packenden Thrillern „Prisoners“ und „Sicario“ sowie dem Alien-Drama „Arrival“ stellte der Frankokanadier sein Gespür für dichte Leinwandstimmungen und Konventionen sprengende Erzählungen unter Beweis. Villeneuve mag in der oft formelhaften US-Kinoindustrie angekommen sein, lässt sich – im Gegensatz zu vielen Kollegen – jedoch nicht seiner kreativen Energie berauben.

Auch wenn der Regisseur Filmkritiker vorab eindringlich darum bat, keine Details zum Inhalt von „Blade Runner 2049“ preiszugeben, soll ein grober Handlungsabriss für etwas Orientierung sorgen: 30 Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils hat sich das Leben auf der Erde nicht verbessert. Los Angeles ist nach wie vor ein dreckiger Moloch, dessen Bewohner durch finstere Hochhausschluchten stapfen und in den Straßen von aggressiven Werbebotschaften erschlagen werden. Unaufhörlich prasselt der Regen auf die Metropole nieder und geht gelegentlich sogar in Schneefall über. Inmitten des tristen Gewimmels sucht der Polizeibeamte K, ein sogenannter Blade Runner, nach alten Replikanten, künstlichen Menschen, die längst aus dem Verkehr gezogen werden sollten, jedoch untertauchen konnten. Als er einen solchen Androiden auf einer abgelegenen Farm aufspürt und tötet, macht er eine brisante Entdeckung, die das gesamte System bedroht. Um größeren Schaden abzuwenden, schickt ihn seine Vorgesetzte Joshi auf eine gefährliche Mission, die auch mit dem vor 30 Jahren verschwundenen ehemaligen Blade Runner Rick Deckard zusammenhängt.

Vordergründig erzählt der Film – wie schon sein Vorgänger – eine klassische Detektivgeschichte. Im Zentrum stehen aber einmal mehr die melancholische Atmosphäre der skizzierten Welt sowie philosophische Fragen. Etwa nach dem Menschsein, den Sehnsüchten und Gefühlen der Replikanten. Villeneuve greift alte Fäden auf, spinnt sie weiter und regt den Zuschauer an, über die Charakteristiken von natürlichem und künstlichem Leben nachzudenken. Neben den intellektuellen Reizen setzt „Blade Runner 2049“ auch auf echte Emotionen, die die existenzielle Reise des Protagonisten zunehmend tragischer erscheinen lassen.

Dem im Blockbuster-Kino oft anzutreffenden Action-Overkill begegnet der Science-Fiction-Streifen mit einem betont langsamen Erzählrhythmus, der häufig meditativ-hypnotische Ausmaße erreicht. Nicht zuletzt dank einer zwischen wuchtig-dröhnenden und schwermütigen Klängen pendelnden Musikuntermalung. Wer auf pausenlosen Nervenkitzel und ständige Krawallmomente hofft, sitzt hier im falschen Film – was nicht heißen soll, dass die Klassikerfortsetzung nicht auch einige mitreißende Gefechtsszenarien zu bieten hätte. Villeneuve und seinen Mitstreitern sind die Stimmung und die Optik ihrer düsteren Zukunftswelt jedoch deutlich wichtiger. Visuell schöpft „Blade Runner 2049“ aus dem Vollen, trumpft mit tollen Szenenbildern wie der Zentrale des Antagonisten Niander Wallace sowie bestaunenswerten Digitaleffekten auf und schenkt dem Zuschauer Impressionen, die sich tief in das Gedächtnis einbrennen.

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