Beach Rats

Länge:
98 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Kinostart:
25.01.2018
Regie:
Eliza Hittman
Darsteller:
Harris Dickinson (Frankie), Madeline Weinstein (Simone), Kate Hodge (Donna), Anton Selyaninov (Jesse), David Ivanov (Alexei), Frank Hakaj (Nick)
Genre:
Drama , Jugend
Land:
USA, 2017

Tagein, tagaus hängt der Teenager Frankie mit seinen machohaften Freunden am Strand von Coney Island ab, nimmt regelmäßig Drogen, treibt Sport, zeigt dabei seinen durchtrainierten Oberkörper und wirft sich abends in das Partytreiben an der Südspitze Brooklyns. Während er mit seinen Kumpels Frauen abcheckt, sucht er, wenn er alleine ist, des Öfteren einen Schwulen-Chat auf, wo er ältere Männer kennenlernt, sich zunächst aber nicht zu einem Treffen überreden lässt. Als er eines Nachts die aufgeschlossene Simone mit nach Hause nimmt, die ihn unbedingt verführen möchte, ziert sich Frankie, mit ihr zu schlafen, und zerstört absichtlich die erotisch aufgeladene Stimmung. Nach dem Tod seines krebskranken Vaters beschließt der haltsuchende Jugendliche allerdings, doch eine Beziehung mit Simone einzugehen, und trifft sich parallel zum ersten Mal mit einem Mann, dem er im Chat begegnet ist.

Frankies Suche nach der eigenen sexuellen Identität begleitet Independent-Regisseurin Eliza Hittman („It Felt Like Love“) stets aus nächster Nähe und gibt dem von starken Emotionen geprägten Drama damit den passenden Rahmen. Klassische Erzählmuster des Coming-of-Age-Kinos bleiben meistens außen vor, während präzise, fast dokumentarisch anmutende Alltagsbeobachtungen einen Großteil der Handlung ausmachen. Einprägsam fängt die junge Filmemacherin das Gefühl der Orientierungslosigkeit ihrer Figuren ein, die oftmals einfach nur herumlungern und ihre Zeit so gut es eben geht totschlagen. Ganz nebenbei sensibilisiert „Beach Rats“ den Zuschauer auf diese Weise für die Probleme des Schauplatzes Coney Island - einen für seinen Kirmes-Charakter berühmten Randbezirk der Millionenmetropole New York, der mit Arbeitslosigkeit und Jugendkriminalität zu kämpfen hat. In einem Umfeld, in dem es gang und gäbe ist, den harten Mann zu markieren, entdeckt Frankie seine homosexuellen Neigungen und wird dadurch mit der Frage konfrontiert, wer er wirklich sein will. Finale Antworten liefert Hittman nicht, schafft es aber dennoch, tiefe Einblicke in das turbulente Seelenleben ihres Protagonisten zu geben. Tatkräftige Unterstützung erhält sie dabei von Hauptdarsteller Harris Dickinson, der Frankies grundsätzliches Hadern, aber auch seine Verunsicherung und seine Neugier in den behutsam inszenierten Sexszenen spürbar macht.

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