Aufschrei der Jugend

Länge:
97 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 12 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 6 Jahren
Kinostart:
28.10.2021
Regie:
Kathrin Pitterling
Darsteller:
/
Genre:
Dokumentation , Jugend
Land:
Deutschland, 2020

Seit 2019 organisieren sich junge Menschen in der Bewegung Fridays for Future. Wöchentliche Klimastreiks sind jeden Freitag geplant, um den Hilferuf der jungen Generation in eine breite Öffentlichkeit zu tragen. Viel schneller als erwartet, verbreiten sich die Forderungen und bringen enormen Zuspruch für FFF. Damit wächst auch die Bewegung viel schneller und damit wachsen selbstverständlich auch die organisatorischen Herausforderungen.


Was dich in „Aufschrei der Jugend“ erwartet:


Famke (15), Elias (14), Luisa (23), Paul und Willi (beide 17) und Clara (16) sind einige der Berliner FFF-AktivistInnen, die die Doku vorstellt und begleitet. Von Beginn an verstehen sie sich als Jugendorganisation, nach ihrem Selbstverständnis sind sie basisdemokratisch, hierarchielos, ausschließlich freiwillig und eine globale Non-Profit-Organisation. Natürlich gibt es ein paar erfahrene ältere Unterstützer und es gibt fachliche Berater: Wissenschaftler, Klimaforscher, die froh sind, dass ihre Erkenntnisse endlich die notwendige Beachtung finden. Alles Weitere erarbeiten sie sich nach dem Prinzip Learning by Doing. Wie viel Engagement und wieviel Zeitaufwand das für jede und jeden Einzelnen bedeutet – das wird im Lauf der Doku deutlich, wenn die AktivistInnen ihre persönlichen Grenzen erleben. Da fehlt der Schlaf, da kommt man nicht mehr zur Ruhe, da bleiben andere wichtige Dinge auf der Strecke, bis man sich am Ende ausgelaugt fühlt. Da wird es schwer, Anfeindungen von außen mit Gelassenheit zu nehmen. Aber auch, wiederkehrenden internen Diskussionen immer wieder Bedeutung beizumessen. Sie sind sich einig, dass ihr Engagement ein „wahnsinniger Kraftakt“ für jeden Einzelnen ist. Und natürlich schätzen sie die Kontakte, die Freundschaften, die unglaublichen Erfahrungen, die sie sammeln. Auf Hauptversammlungen großer Konzerne wie VW oder Daimler zu sprechen oder auf Parteitagen die Positionen von FFF vorzustellen, hätte zu Beginn niemand erwartet. Aber immer noch ist die Einschätzung realistisch: Sie werden angehört, aber bleiben ohne nennenswerte Wirkung. Besonders bitter, wenn die, die sich trauen, bei solchen Anlässen vorne zu stehen, anschließend im Netz mit Hasskommentaren überschüttet werden oder gar Morddrohungen erhalten.


Ist die Doku „Aufschrei der Jugend“ etwas für dich?


Die Doku berichtet aus dem Innenleben der Organisation Fridays for Future und kann damit sowohl Begeisterung und Euphorie vermitteln als auch Desillusionierung und Enttäuschung. Letztere bewegen sogar einige dazu, zumindest erstmal eine Pause beim Engagement einzulegen. Wieviel Einsatz die jungen AktivistInnen jedoch bis dahin für ihre Überzeugung aufbringen, müsste jeden schweigen lassen, der die Freitagsdemonstrationen bislang für bequemes Schuleschwänzen hielt. Der Anfang ist gemacht, aber das erste Ziel, die Vereinbarungen des Pariser Klimaschutzabkommens einzuhalten, liegt noch in weiter Ferne. Das wird bei einem Gespräch mit Finanzminister Olaf Scholz im August 2020 deutlich. Ob es sich unter seiner Kanzlerschaft ändern wird? Das müsste eine Weiterführung der Dokumentation beantworten.

Gabi Brandt

Anbieter

FilmverleihW-film