Anna und die Apokalypse

Länge:
98 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Kinostart:
06.12.2018
Regie:
John McPhail
Darsteller:
Ella Hunt (Anna), Malcolm Cumming (John), Sarah Swire (Steph), Christopher Leveaux (Chris), Ben Wiggins (Nick), Marli Siu (Lisa), Paul Kaye (Savage), Mark Benton (Tony)
Genre:
Horror , Musikfilm , Komödie
Land:
Großbritannien, 2017

Einfach mal rauskommen, die Welt erkunden und den eigenen Horizont erweitern. Anna sehnt sich begierig dem Ende ihrer Schulzeit entgegen, da sie von ihrem verschlafenen Heimatstädtchen Little Haven langsam, aber sicher die Nase gestrichen voll hat. Ihr Vater ist über die Pläne seiner Tochter wenig begeistert. Und auch ihr bester Kumpel John hofft insgeheim, dass Anna es sich vielleicht doch noch einmal anders überlegt. Immerhin hegt er inzwischen mehr als nur freundschaftliche Gefühle für sie. Ausgerechnet kurz vor Weihnachten bricht über die Welt eine mysteriöse Virusepidemie herein, die Infizierte in mörderische Bestien verwandelt und vielerorts für großes Chaos sorgt. Auch in Little Haven kommt es plötzlich zu wilden Jagdszenen und blutigen Zusammenstößen. Gemeinsam mit John, Steph und Chris kann sich Anna in einem Bowlingcenter verschanzen, das allerdings schon bald von einer aggressiven Meute angegriffen wird.

Nicht schon wieder ein neuer Zombie-Film! Dieser Gedanke dürfte einem beim Lesen der Inhaltsangabe als Erstes in den Sinn kommen. Nachdem es in den letzten Jahren auf der Leinwand und im Fernsehen unzählige, oft ähnlich ablaufende Geschichten über willenlose Kreaturen und wandelnde Untote gegeben hat, ist das Publikum mittlerweile spürbar übersättigt. Dass man dennoch frische Impulse setzen kann, beweist der Schotte John McPhail („Where Do We Go From Here?“) mit seiner gewagten, unkonventionellen Mischung aus weihnachtlichem Highschool-Musical und derbem Splatter-Horror. „Anna und die Apokalypse“ verquirlt vollkommen unterschiedliche, scheinbar nicht zusammenpassende Genre-Versatzstücke und erzählt trotz einiger Coming-of-Age-Anflüge eine eher simpel gestrickte Survival-Story, fällt unter dem Strich aber erstaunlich unterhaltsam aus. Das Darstellerensemble – allen voran die sympathische Ella Hunt – schmeißt sich mit großer Spielfreude in seine Rollen und kämpft sich durch lustig-überdrehte Actionsequenzen, in denen die Macher nicht mit Bluteffekten geizen. Zu den besten Inszenierungseinfällen gehört zweifelsohne Annas morgendlicher Gang durch die Straßen Little Havens, bei dem sie fröhlich vor sich hin trällert und eine ganze Weile nicht bemerkt, dass das gewaltsame Wüten um sie herum bereits in vollem Gange ist. Besonders gelungen sind die schmissigen, zum Mitwippen animierenden, bestechend choreografierten Gesangseinlagen, die das Geschehen immer wieder ironisch kommentieren. Ein Extralob verdienen sich die Komponisten Roddy Hart und Tommy Reilly für den Song „Hollywood Ending“, der mit einem Augenzwinkern auf spätere Handlungsentwicklungen verweist. Gewidmet ist McPhails zweite abendfüllende Regiearbeit übrigens dem 2015 verstorbenen Ryan McHenry, dessen Kurzfilm „Zombie Musical“ als Grundlage für „Anna und die Apokalypse“ diente.

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