Anderswo. Allein in Afrika

Länge:
98 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 12 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 0 Jahren
Kinostart:
13.12.2018
Regie:
Anselm Nathanael Pahnke, Janco Christiansen
Darsteller:
- / -
Genre:
Abenteuer , Road-Movie , Dokumentation
Land:
Deutschland, 2018

Der Film „Anderswo. Allein in Afrika“ hätte auch anderswo, nicht in Afrika, gedreht werden können – denn das Thema verbirgt sich im „allein“. Es geht um Einsamkeit, in diesem beeindruckenden Reisebericht.

Der 25-jährige Hamburger Anselm Pahnke bricht mit zwei Freunden zu einer Fahrradreise auf. Startpunkt: Südafrika, Richtung: Norden, Ziel: ungewiss. Für seine Begleiter endet die Reise schon bald aus privaten Gründen, doch Anselm möchte nicht aufgeben. Er radelt alleine weiter, und immer weiter. So beginnt ein Selbstfindungstrip, der Anselm mehr als 15.000 Kilometer und durch 15 Länder quer über den Kontinent führt – mit einer kleinen Kompaktkamera als konstante Begleiterin in einem zuweilen haarsträubenden Kraftakt gegen die Naturgewalten.

Dieser Film war nicht geplant. Das verleiht ihm eine Authentizität und Unmittelbarkeit, an denen es manch großen Dokumentarfilm-Projekten fehlt. „Dokumentarfilm“ ist jedoch ein weiter Begriff, der sich im Fall von „Anderswo. Allein in Afrika“ deutlich einschränken lässt: Es handelt sich hier um eine astreine „vlogumentary“, eine Dokumentation im Stil eines Video-Logbuchs, das vor allem eines dokumentiert: die Gedanken des Reisenden. Anselm grübelt über Freiheit und Einsamkeit nach, manchmal direkt in die Kamera, zumeist jedoch als Stimme aus dem Off, rückblickend auf seine Reiseerfahrung. Dieser Blick ist ehrlich und ungeschönt, offenbart die Gefahren und Schwierigkeiten einer solchen Reise – und zeigt zugleich Momente von beeindruckender Schönheit. Über 400 Tage war Anselm unterwegs. Für Fernweh-Leidende der perfekte Film zur mentalen Vorbereitung. Insofern doch ganz anders als ähnliche Projekte wie „Expedition Happiness“ oder „Zwei nach Shanghai“, weil das Alleine-Reisen in Zeiten sozial-medialer Dauervernetzung noch einen besonderen Reiz hat. Tatsächlich ist Anselms Erzählstimme die einzige, die in diesem Film gehaltvoll zu Wort kommt.

Und über Afrika erfahren die Zuschauer und Zuschauerinnen – abgesehen von geophysischen Gegebenheiten – nicht viel. Trotz interessanter Begegnungen gibt es kaum ein Innehalten, ein Befragen der Eindrücke. Dieser Film handelt nicht, wie etwa „Kolyma“, von den Menschen entlang des Weges, sondern vom Weg und dem einen Menschen, der ihn geht (na ja: radelt). Die Freiheit, die Anselm betont, ist dabei immer eine „Freiheit von“ etwas – frei sein vom Alltag, der Gesellschaft, Verpflichtungen, ein radikaler Rückzug auf sich selbst. Die „Freiheit zu“, nämlich frei zu sein, ein solches Projekt mit familiärer und finanzieller Unterstützung überhaupt unternehmen zu können, offenbart sich unkommentiert im Anblick der vielen Menschen, die oft fest an ihre kleinen, unwirtlichen Ortschaften gebunden sind.

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Sprachen: Deutsch

Anbieter

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Anbieterangaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (39. Woche 2019).