A Young Man with High Potential

Länge:
86 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 18 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 18 Jahren
Kinostart:
07.03.2019
Regie:
Linus de Paoli
Darsteller:
Adam Ild Rohweder (Piet), Paulina Galazka (Klara), Pit Bukowski (Alex), Amanda Plummer (Ketura Stantz), Vania Bajdarova (Nathalie)
Genre:
Drama , Thriller
Land:
Deutschland, 2018

Seine graue, stets abgedunkelte Studentenbude verlässt der begnadete Informatiker Piet nur dann, wenn es unbedingt notwendig ist. Kontakt pflegt der schüchterne junge Mann einzig zum machohaften Alex, der ihn immer wieder auffordert, endlich aus sich rauszukommen. Überrascht und verunsichert reagiert der Außenseiter, als ihn eines Tages die Kommilitonin Klara anspricht und vorschlägt, gemeinsam ein Studienprojekt zu bearbeiten. Piet lehnt anfangs ab, lässt sich dann aber doch überreden und findet schon bald Gefallen an seiner Schreibpartnerin, die ihm erstaunlich unvoreingenommen begegnet. Irgendwann ringt er sich zu einem Annäherungsversuch durch, den Klara allerdings entschieden zurückweist. Piet fühlt sich daraufhin schwer gekränkt, steigert sich in seine Wut hinein und überschreitet bei einem weiteren Treffen alle Grenzen.

„A Young Man with High Potential“ hätte – gerade vor dem Hintergrund der nach wie vor hochaktuellen #MeToo-Debatte – ein bissiger Kommentar auf das Verhältnis der Geschlechter und die männliche Sehnsucht nach Dominanz und Anerkennung werden können. Regisseur und Drehbuchautor Linus de Paoli („Dr. Ketel – Der Schatten von Neukölln“) setzt dem Zuschauer aber leider ein bemüht provokantes Thriller-Drama vor, das schon im ersten Drittel zahlreiche abgegriffene Klischees bedient und dadurch stark an Glaubwürdigkeit verliert. Der bebrillte und dickliche Piet ist äußerlich derart plump auf verklemmter Computer-Nerd getrimmt, dass man sich regelmäßig beim Augenrollen ertappt. Während das große Fachwissen des Protagonisten seltsam behauptet wirkt, formuliert der auf Englisch gedrehte Film die soziale Inkompetenz des Einzelgängers ständig überdeutlich aus. Was als ungelenke, mit Plattitüden gespickte Charakterstudie beginnt, schlägt nach der Zurückweisung in ein verstörendes Kammerspiel mit blutigen Horroranleihen um und nimmt dann auch noch eine Abzweigung in Richtung Slapstick-Comedy. Eine solch wilde Mischung kann durchaus fruchtbar sein. Wenn jedoch permanent der Holzhammer zum Einsatz kommt, machen sich schnell Ermüdung und Verärgerung breit. „Abgerundet“ wird das schwache Bild von einer dramaturgisch ineffektiven und damit komplett überflüssigen Rahmenhandlung rund um eine von „Pulp Fiction“-Darstellerin Amanda Plummer gespielte Privatermittlerin.

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